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Leistungen im pädagogischen Bereich
Die Folgen weltpolitischer Entwicklungen und
kriegerischer Auseinandersetzungen auf dem Balkan waren und sind auch in Bad
Rappenau an unserer Schule zu spüren. Aus der "vorübergehenden
Bleibe" für Bürgerkriegsflüchtlinge sind inzwischen Jahre geworden. Der
Aussiedlerzustrom aus Polen und Rumänien vor allem zu Beginn der 90-iger Jahre
ist wohl weitgehend "versiegt", die Aussiedlerbewegung aus den
selbstständigen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion ist abgeschwächt.
Darauf musste auch unsere Schule reagieren. Nach Bad Rappenau kamen Ausländer
nicht nur aus der Türkei, sondern auch aus Kroatien, Serbien, Bosnien,
Montenegro, Mazedonien, dem Kosovo und aus Irak. Die Aussiedler- bzw. Ausländerkinder,
die ohne Deutschkenntnisse nach Bad Rappenau kamen, wurden zunächst bis 1995/96
in zwei Förderklassen, ab dem Schuljahr 1996/97 in einer Förderklasse betreut
und die meisten auf den Übergang in Regelklassen vorbereitet. Mit viel Einfühlungsver-
mögen, Geduld und menschlicher Wärme versuchten die Lehrer/innen mit Hilfe
anschaulicher Medien nicht nur deutsche Sprachkenntnisse zu vermitteln und in
Mathematik altersstufengemäß und weitgehend lehrplanorientiert zu
unterrichten, sondern ihnen auch im "Schonraum Förderklasse" jene
Geborgenheit zu schenken, um das bei Aussiedlern bekannte Gefühl des
"Daheim in der Fremde" etwas abzuschwächen. 4.2 Muttersprachlicher Unterricht - Religionsunterricht Früher wurde an unserer Schule von Lehrern des betreffenden Staates türkischer,
jugoslawischer und kroatischer, bis Mitte der 90-iger Jahre auch italienischer
muttersprachlicher Unterricht erteilt. Die Schüler/innen besuchen alle 5.
bis 9. Klassen. Parallel zum evangelischen und katholischen Religionsunterricht
sowie Ethik (=8./9. Klassen) werden die Türken an einem Dienstagvormittag von
7.45 bis 13.00 Uhr in ihrer Muttersprache pro Klassenstufe jeweils eine Stunde
unterrichtet. . Den ausländischen Lehrkräften
wurde von der Schulleitung zur Auflage gemacht, die Verfassung des Landes
zu achten und Konflikte ihres Heimatlandes nicht an unserer Schule oder
in Bad Rappenau insgesamt auszutragen. 4.3 Integration von Behinderten Neben Aussiedlern und Ausländern besuchen unsere Hauptschulklassen auch Schüler/innen,
die leichtere Sehschwächen oder Sprachbehinderungen bzw. Mehrfachbehinderungen
aufweisen. 1995-1998 wurde in einer 5., 6. und 7. Klasse ein Körperbehinderter
im Rollstuhl unterrichtet. Die Stunden- und Raumplanung wurde, so weit es
auf Grund der situativen Rahmenbedingungen möglich war, an ihm ausgerichtet.
Allerdings wurden zwei Zivildienstleistende eingesetzt, um ihn z.B. in die Fachräume
für Technik, Hauswirtschaft, Textiles Werken, Biologie/Chemie, Physik,
Informatik zu tragen/befördern. Ohne deren zuverlässige, verantwortungsvolle
Unterstützung wäre ein nahezu reibungsloses Unterrichten nicht möglich
gewesen. Außerdem kamen in den letzten Schuljahren Schüler aus der
Sprachbehinderten-Schule Heilbronn in Regelklassen der Grund- und
Hauptschule. Sie hatten wohl allgemeine Lernschwierigkeiten, vor allem in
Deutsch und Englisch, können aber die Hauptschul-Abschlussprüfung
bestehen. Während in den vergangenen Jahren der Übergang von der Sonderschule
für Lernbehinderte nach einer Probezeit in der Hauptschule meistens scheiterte,
wurde 1997/98 ein Schüler der 9. Sonderschulklasse in eine 8.
Hauptschulklasse aufgenommen, um an unserer Schule die HS-Abschlussprüfung
abzulegen. Dieser Versuch ist gelungen, während mehrere andere
"Probezeit-Schüler" davor und danach scheiterten. 4.4 Kooperation mit der Jugendhilfe - aufgezeigt an der Zusammenarbeit
der GHWRS Bad Rappenau mit "Pro JuLe" (=Projekt Jugendhilfe im
Lebensfeld) 4.4.1 Verhaltensstörungen bei Kindern/Jugendlichen erfordern Hilfe Im Hinblick auf die sich häufenden Verhaltensauffälligkeiten von Kindern
und Jugendlichen ist es oft unerlässlich, über die pädagogische Arbeit der
Lehrer/innen hinaus zusätzliche Hilfen in Anspruch zu nehmen. Die Fortschritte
bei der Arbeit mit Kindern/Jugendlichen, die solche Auffälligkeiten im Bereich
des Verhaltens aufzeigen, hängen mitunter stark vom Engagement der Lehrer/innen
einer Schule ab, zumal immer häufiger zu beobachten ist, dass viele Eltern von
der Institution Schule mehr Erziehung erwarten, als sie selbst im Stande zu
geben sind. 4.4.2 Tagesgruppe - soziale Gruppenarbeit - Erziehungsbeistandschaft "Kinder sind ein wahrer Schatz - aber Reichtum kann auch belasten."
Mit diesem Motto stellte sich die Einrichtung Pro JuLe beim Pädagogischen Tag
unserer Schule 1996 vor. Sie zeigte sich als Partner für Eltern und Kinder
und als Bindeglied zwischen Schule und Familie und bot konstruktiv ihre Mithilfe
zur Bewältigung der Probleme und Krisen direkt im Lebensfeld der Eltern
und Kinder an. Konkret bedeutet das, dass Jugendliche dieser Zielgruppe im
Anschluss an die Schule die Tagesgruppe (gemeinsames Mittagessen,
Entspannungsübungen, Phantasiereisen, Rhythmik, Werken, Spiel und Sport) 4.4.3 Ursachen und Auslöser von Verhaltensauffälligkeiten bei unseren Schülern Potentielle "Kandidaten" für diese Einrichtung der Jugendhilfe
sind Schüler, die gleichzeitig in mehreren der folgenden Bereiche starke Auffälligkeiten
aufweisen:
Die Kinder/Jugendlichen, die diese Einrichtung besuchen, können auf Wunsch der Eltern gemeldet werden. Meistens ist jedoch die Lehrkraft die ausschlaggebende Person, die eine Verbindung zwischen den Eltern und der Jugendhilfe-Einrichtung in die Wege leitet. Auffällige Schüler, die über lange Zeiträume hinweg Defizite in den o.g. Bereichen gezeigten haben, gehören zu der Zielgruppe, die in diesem Projekt angesprochen werden soll. In der Dreierkonstellation Eltern-Schule-ProJuLe soll konstruktiv und konform gearbeitet werden und das Kind im Beziehungs- geflecht dieser drei Beteiligten Hilfe erfahren. 4.4.4 Inhalte und Formen der Zusammenarbeit von Schule - Eltern - ProJuLe In Form einer Zusammenarbeit auf gleicher Ebene haben
Schule, Eltern und Pro JuLe Ergänzungscharakter bezüglich der Er- ziehung.
Daher ist eine enge und gleichgerichtete konsequente Zusammenarbeit und Arbeit
am Kind notwendig. 4.4.5 Weitere Formen der Zusammenarbeit: Entspannungsübungen
im Klassenzimmer - Besuche und gemeinsame Besuche sowie Die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe-Einrichtung geht teilweise über die
Arbeit am Kind/Jugendlichen hinaus. So kam ein 5-wöchiges Projekt zustande, bei
dem eine Mitarbeiterin zusammen mit einer Lehrerin der GHWRS Bad Rappenau Phantasiereisen
und Entspannungsübungen innerhalb einer Klasse durchführte. Dabei konnte
die Bereitschaft der Schüler festgestellt und getestet werden. Die
Mitarbeiterin der Pro JuLe erwarb Erfahrungen im Umgang mit Großgruppen und die
Lehrkräfte profitierten vom Wissen und den Ideen. Die Lehrerin erfuhr so,
was das Ziel solcher Übungen ist und lernte ge- schickt Materialien einzusetzen
und eine geeignete Atmosphäre im Klassenzimmer herzustellen. Die Möglichkeiten,
aber auch Hindernisse (z.B. Elterneinwände) wurden dabei mit einbezogen. Das
Projekt zeigte sich symbiotisch für Pro JuLe und die GHWRS Bad Rappenau.
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